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Nachtgeschrei - Am Rande der Welt

Geschrieben von Blackwarrior am Samstag 21. März 2009
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  1. Fiur
  2. Muspili
  3. Herz aus Stein
  4. Fernweh
  5. Niob
  6. Lauf!
  7. Windfahrt
  8. Nur ein kleines Stück vom Himmel
  9. Wahrheit
  10. Der Totmacher
  11. Glut in euren Augen

Die Deutsche Mittelalter-Band Nachtgeschrei bringt mit "Am Rande der Welt" ihr zweites Album auf den Markt. Die Band kennzeichnet vor allem der Mix aus Metal, Gothic und Mittelalter/Folk.

 
Mit "Fiur" eröffnet die Band mit einem eher gemütlichen Intro die Scheibe. Die Mixtur bei diesem reinen Akkustik-Stück zeigt jedoch bereits den Mix aus Instrumenten und Stilrichtungen, den diese Band von anderen unterscheidet. Nahtlos geht es dann über in "Muspili", welches von den Instrumenten und der Melodie etwas an die Deutschen In Extremo erinnert. Sobald jedoch der Gesang dazu kommt, wird klar dass Nachtgeschrei etwas gemässigter sind. Die Stimme von Sänger Hotti ist bei Weitem nicht so markant und kräftig wie diejenige bei In Extremo. So verliert denn das Stück auch durch den Gesang etwas an Biss, obwohl die Melodie und Instrumentalisierung gut getroffen sind. "Herz aus Stein" beginnt mit einem ähnlichen Intro wie das vorhergehende Stück und meiner Meinung ist auch dasselbe wie in "Muspili" das Problem des Songs. Der Gesang nimmt sämtliche Dynamik, obwohl der Refrain hier deutlich besser ist. "Fernweh" benutzt im Intro zum ersten Mal keine Folk-Instrumente beziehungsweise sie sind zumindest nicht hörbar. Im Gesangspart driftet das Stück jedoch eher in Richtung Rock ab, wobei im Background immer mal wieder einige "Metal-Riffs" zu hören sind. Die Mischung ist gut, aber etwas für die sanfteren Gemüter. "Niob" gibt dann wieder etwas mehr Tempo und es ist hier erstmals auch im Melodiepart die Stimme von Hotti etwas markanter.
Im weiteren Verlauf der Scheibe kann ich persönlich nicht mehr viel Neues entdecken und das offensichtlich für die Band bewährte Konzept wird fortgesetzt. Für meinen Geschmack, ist wie bereits erwähnt, die Stimme in vielen Fällen das grösste Defizit der Band. Das soll jedoch nicht heissen, dass die Stücke nicht gut klingen, sie verlieren einfach deutlich an Dynamik und Ausdruckskraft.
 
Insgesamt ist die Scheibe etwas für die sanfteren Gemüter, viele langsamere Parts und eine entsprechend sanfte Stimme machen "Am Rande der Welt" zu einer "Kuschelscheibe" mit Folk-Charakter. Etwas erschwerend für die Band kommt hinzu, dass sie sich aufgrund der Stilrichtung und auch der deutschen Texte mit dem wohl berühmten "Vorbild" In Extremo messen lassen müssen. Etwas salopp gesagt ist Nachtgeschrei die romantische Variante von In Extremo, zumindest macht dies so den Eindruck auf mich.
Nichtsdestotrotz macht die Scheibe insgesamt einen guten Eindruck. Sie hat nun einfach nicht direkt meinen Geschmack getroffen. Für Fans von Mittelalter, Gothic und Folk Metal ist "Am Rande der Welt" sicherlich eine Empfehlung.

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