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Carnal Decay - Chopping Off The Head

Geschrieben von Blackwarrior am Mittwoch 4. Februar 2009
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  1. Mary And The 3 Kings
  2. Shotgun Facelift
  3. Chopping Off The Head
  4. One By One
  5. Bowel Bondage
  6. Raptured By Torturing
  7. Fartover
  8. Mutilation Is My Pain
  9. Predatory Instinct 
Das Schweizer Death Metal Trio Carnal Decay, bestehend aus Michael Kern (Vocals und Bass), Isabel Iten (Gitarre) und Reto Ehrler (Drums), veröffentlichte Ende diesen Sommer, ihr neues Album "Chopping Off The Head" bei Fastbeast Records. Dies ist das insgesamt zweite komplette Album, neben der MCD "Carnal Decay" (2002) und der Split-CD "Grotesque First Action" (2005).
 
 
Begonnen wird relativ biblisch, zumindest dem Titel nach. Der Opener "Mary and the 3 Kings" macht von Anfang an klar, dass die Band keine halben Sachen macht. Direkter, harter Death Metal nach Amerikanischer Provenienz. Trotz der Kürze des Songs, bietet er einen ersten Überblick über das Können der Band. Tempiwechsel in atemberaubender Geschwindigkeit, sowie das hohe Tempo des Songs allgemein haben mich fasziniert. Das Growlen hüllt sich eigentlich grösstenteils in die Gitarre und das Drum ein, tritt aber vereinzelt hervor. Nachdem dann die drei Könige durch sind, wird dem Hörer ein Facelifting mit der Schrotflinte ("Shotgun Facelift") geboten. Der Track beginnt mit einem kurzen Sample, in welchem eine Stimme und der anschliessende Schuss beziehungsweise viel mehr das Einschlagen des Schrotes ins Fleisch oder Spritzen des Blutes zu hören ist. Nun tritt der Gesang etwas mehr in den Vordergrund und der Song erreicht den Hörer durch die kurzen Pausen, ähnlich einem Staccato, schubweise. Die Shotgun taucht auch mitten im Track nochmals auf, dann wird nachgeladen.
"Chopping Off The Head" ist prominent an dritter Stelle platziert und beginnt wiederum mit einem kurzen Voice-Sample. Man hört dort in Englisch eine klare Warnung, bevor das musikalische Schlachtermesser angesetzt wird. In diesem Song tauchen aber erstmals auch deutlich langsamer Passagen auf, die aber nur von kurzer Dauer sind und sogleich wieder in einem wahren Stahlgewitter münden.
Track 5 und 6 enthalten jeweils noch Gaststimmen: René Barthoulot von Cropment resp. Marco Dürr von Incredi-Ballz. Das gibt jeweils eine interessante Mischung mit der Stimme von Michael Kern und setzt nötige Kontraste. Insgesamt sind die Gitarren bei "Bowel Bondage" und "Raptured By Torturing" etwas höher gestimmt, was in den Intros deutlich hörbar ist und mir persönlich auch gut gefällt. Es scheint jedoch fast so, als ob die Songs nach Track 5 und 6 eine Abfärbung bekommen haben und die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gastsängern der Band einige neue Inputs geliefert hat. Verglichen mit den ersten vier Songs auf dem Album ist hier eine andere Stimmung vorherrschend, obwohl die bekannten Elemente, wie schon im Opener, immer noch vorhanden sind. Die Band hat aber hier eine deutlich bessere Mischung gefunden.
 
 
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Album auf den ersten Blick in sich sehr geschlossen erscheint. Bei genauerem Hinhören teilt sich die Scheibe jedoch in zwei Teile: ein düsterer, harter Teil vor den "Gaststimmen" und ein etwas optimistischer Teil nach Track 5 und 6. Mir persönlich, gefällt, wie bereits erwähnt der zweite Teil der Scheibe deutlich besser. Ich kann also beruhigt sagen, dass sich die Band im Verlauf der CD deutlich steigert (im Sinne von verbessert).

Die Hommage an den amerikanischen Stil des Death Metal ist aber nicht nur in der Musik zu hören, sondern auch auf dem Cover zu sehen. Es ist im Stile der Comics von Frank Miller ("Sin City") gehalten und lädt zu einer ausgiebigen Entdeckungstour ein. Man findet da nämlich auch ein gemaltes Portrait der Band, bei dem nicht auf die Details verzichtet wurde (so finden sich dort auf dem Tisch Bierdosen von prominenten Schweizer Bierherstellern...). 

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