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Jorn - Dio

Geschrieben von Blackwarrior am Donnerstag 5. August 2010
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  1. Song For Ronnie James
  2. Invisible
  3. Shame On The Night
  4. Push
  5. Stand Up And Shout
  6. Don't Talk To Strangers
  7. Lord Of The Last Day
  8. Night People
  9. Sacred Heart
  10. Sunset Superman
  11. Lonely Is The World - Letters From Earth
  12. Kill The King
  13. Straight Through The Heart (Live)[nbsp]
"Dio" - der Titel des 9. Albums von Jørn verspricht viel. Doch nicht nur das, sondern vor allem der etwas fahle Beigeschmack des Ausnutzen eines bekannten Namens, schwingt beim ersten Lesen des Albumtitels mit. Doch es kommt, wie so oft, anderst als man denkt.

Der Opener betitelt sich auch gleich mit "Song For Ronnie James": Gewidmet dem im 2010 verstorbenen Ronnie James Dio, der Metal-Legende schlechthin. Und aus meiner Sicht ist dies ein sehr gelungener Auftakt zum Album. Nicht nur weil sich Jørn Lande im Text auch gleich erklärt, sondern weil es eine sehr ausdrucksstarke Ballade ist. Für mich eigentlich schon der Höhepunkt vom Album "Dio". Doch so einfach und rasch zieht die Stimme von Masterplan-Vocalist Jørn Lande nicht vorüber und es folgt mit "Invisible" ein bodenständiger Hard Rock Song, gespickt mit Rock'n'Roll Elementen. Der Hang zu langen, fast theatralisch wirkenden Intros setzt sich auch bei "Shame On The Night" fort. Dieser Track fällt ebenfalls in die Kategorie der klassisch gestrickten Hard Rock Songs. Was sich an und für sich hier, angesichts der einfachen Aufzählung von aneinandergereihten Hard Rock Songs, langweilig anhört ist es aber tatsächlich nicht. Denn die Stimme, welche nicht nur im Bandnamen verewigt, sondern gleichzeitig auch Programm ist, sorgt für genügend Druck, oder eben "Push". Wie es der folgende Track, ebenfalls eines der Highlights des Albums, auf den Punkt bringt. Selbstverständlich finden aber neben den dominanten Vocals auch Gitarren-Soli und weitere kleinen Einlagen ihren Platz in den Songs. Jeweils nahtlos in die Struktur eingeflochten. Nach "Push" folgt mit "Stand Up And Shout" ein energiegeladenes Stück. Immer noch mit dem unverkennbaren "traditionellen" Touch und doch irgendwie anderst.

Mit "Don't Talk To Strangers" folgt die nächste, zuerst balladen-ähnliche Überraschung. Ich meinte einen Hauch Sonata Arctica im Intro gehört zu haben. Aber kurz vor der Mitte des Songs nimmt Jørn Fahrt auf und spielt druckvoll auf. Langgezogen und eher im Stil von Black Sabbath kommt "Lord Of The Last Day" daher. Aber schon mit "Night People" geht's in vollem Saus und Braus weiter. Hier erinnert die Stimme von Lande ein klein wenig an Xaver Drexler von Gun Barrel, welcher ebenfalls 2010 verstorben ist.

In derselben Manier geht es weiter im Text. Es finden sich immer wieder kleine Stellen, welche an andere Bands erinnern, wie z.B. das Intro zu "Sunset Superman" an Hammerfall. Aber in keinem Fall wirkt der Song langweilig oder abgekupfert, eher das Gegenteil ist Fall.

"Dio" ist für mich das Album des Sommers 2010 schlechthin. Einerseits ist es mutig, so kurz nach dem Tod einer Legende den Namen auf sein eigenes Album zu schreiben und andererseits habe ich sämtlichen Songs eine Ausdrucksstärke gefunden, wie man sie sonst nirgends findet. Darüber hinaus wird guter, klassischer Heavy Metal regelrecht zelebriert, woran nicht zuletzt die Stimme von Ausnahmesänger Jørn Lande ein grosser Teil des Verdienstes zukommt.

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