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Jon Oliva's Pain - Festival

Geschrieben von Blackwarrior am Freitag 12. Februar 2010
Permanenter Link
  1. Lies
  2. Death Rides A Black Horse
  3. Festival
  4. Afterglow
  5. Living On The Edge
  6. Looking For Nothing
  7. The Evil Within
  8. Winter Heaven
  9. I Fear You
  10. Now[nbsp]
Das neue Studioalbum von Jon Oliva's Pain beginnt vielversprechend. Anständiger Speed, angenehme Stimme und insgesamt eine eingägnliche Melodie prägen "Lies". Doch spätestens beim zweiten Mal durchören wird klar, dass das hoch gepokert wurde und das Festival ein reines Konzeptalbum ist. Durchorganisiert von Beginn bis zum Schluss, was ja durchaus seinen Reiz hat, aber nicht wenn es nach dem dritten Track beginnt eintönig zu klingen.[nbsp]
Dennoch fasziniert mich neben dem etwas beiläufig wirkenden Hintergrundmusik der Band die Stimme von Jon Oliva. Sie klingt streckenweise etwas nach Bruce Springsteen, sonst aber rauchig und belegt. Der Gesang bewegt sich teilweise schon fast im Sprechgesang, der aber Geschrien wird. So jedenfalls der Eindruck bei "Death Rides A Black Horse".
Doch auch grossartige Effekte aus der elektronischen Trickkiste von John Zahner dürfen nicht fehlen. Die werden bei Festival sehr dick aufgetragen. Doch immer wirkt noch alles, als ob es auf Jon Oliva zugeschnitten ist und verschwimmt, wenn nicht gerade im Refrain oder einem kurzen Solopart der Gitarre, zu einem brei-ähnlichen Etwas von Metal.
Immer wieder finden sich einzelne Lichtblicke, wie das von Drums dominierte Intro zu "Afterglow" oder "Living On The Edge" - gespickt mit dirty Rock'n'Roll Elementen kommt da etwas Leben in das ganze.
Tendenziell lässt sich sagen, dass die schnelleren Stücke, wie auch "The Evil Within" gelungen sind. Balladen und einzelne von Mainstream geprägte Songs, verkommen jedoch zur Nebensache. Die gute Nachricht ist, dass sich diese Songs immer wieder schön abwechseln und so zumindest teilweise das Gefühl eines "Festivals" aufkommt.
Festival von Jon Oliva's Pain ist also nichts für die langfristige Plattensammlung. Als Sänger finde ich Jon Oliva einen guten Typ und auch die Essenz seines Stils kann als gut bezeichnet werden. Das Album wirkt jedoch zu rund, hat keine Ecken und Kanten, was es, wie gesagt, auf längere Sicht schlichtweg langweilig macht. Wer jedoch die kurzfristige Unterhaltung sucht oder etwas um sich locker, wie im Kaufhaus, berieseln zu lassen, der darf die Scheibe getrost kaufen und kriegt dafür ein wenig Kurzweile.

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