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Azazel Blind - I

Geschrieben von Blackwarrior am Montag 28. Dezember 2009
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  1. Where?
  2. Menschenleer
  3. Desert Grave Part I - The Vision
  4. Desert Grave Part II - Mirror Of Our Time
  5. Channel Of Hate
  6. Dies Mortalis
  7. 7 Little Demons
Hinter dem geheimnisvoll klingenden Namen „Azazel Blind“ verbirgt sich das deutsche Trio Rob (Vocals, Gitarre), Tom (Vocals) und Olli (Bass), welches mit der Demo-CD „I“ ihr musikalisches Debut präsentiert. Ihre Musik, welche sich dem Bereich Progressive/Rock/Metal zu ordnen lässt, verstehen die drei Bandmitglieder als eine Bestandesaufnahme bzw. Reflexion der inneren und äusseren Welt. Die Motivation ihrer musikalischen Tätigkeit sehen sie darin, Dinge zu verarbeiten, ihnen ein Gesicht zu geben, und ihnen somit den Schrecken und den Schmerz zu nehmen. Eine Anspielung auf dieses „Gesicht“ findet sich auch im Cover der CD wieder.

Den Anfang der CD macht das Lied „Where?“ und übernimmt somit die Funktion eines Intros. Die hauptsächlich von der Gitarre stammende Melodie wirkt ruhig und wird abwechselnd vom gesungenen „Wohin ist Gott?“ und dem tiefen Growl „Gott ist tot“ begleitet. Zwischendurch sind auch englisch gesungene Phrasen hörbar. Ein etwas sanfter Einstieg also. Der zweite Song „Menschenleer“ geht dann musikalisch schon mehr in den Metal-Bereich. Seine düstere, gitarren-lastige Melodie ist von tiefen Growls sowie geschrienen und gesungenen Parts durchzogen, angereichert mit den für Metal typischen Tempi-Wechseln. Die darauf folgenden Lieder „The Vision“ und „Mirror of our time“ gehören zusammen und bilden gemeinsam das Stück „Desert Grave“. Die Melodien dieser Lieder sind wiederum eher ruhig, wobei „The Vision“ mit dumpfem, hallendem Gesang untermalt ist, während „Mirror of our time“ mit seinen Gesang- und Growl-Parts etwas orientalisch anmutet. Mit dem nachfolgenden Titel „Channel of hate“ ist es dann jedoch wieder vorbei mit der Ruhe; denn dieser metalhafte Song strotzt in seinen Gesängen und insbesondere in den Growls nur so von Agressivität. Diese wird von den Tempi-Wechseln in der Melodie noch zusätzlich verstärkt. Mit „Dies Mortalis“ werden dann wieder etwas sanftere Töne angespielt, welche hauptsächlich von Gitarre und Klavier herrühren. Mit dem deutschen Sprechgesang, welcher klingt, als käme er aus einem Mega-Fon, setzt kurzfristig etwas Tempo ein, welches dann schliesslich durchgehend mit den langsameren Parts alterniert. Last but not least folgt das Stück „7 little Demons“, welches mit seinen akustischen Gitarrenklängen und den Trommelschlägen einen Hauch Folk versprüht. Der eindringliche Gesang des Refrains verleit dabei dem Ganzen zusätzlich eine ritual-ähnliche Stimmung.

Alles in allem, lässt sich festhalten, dass Azazel Blinds erste CD durch doch eher ruhige Töne gekennzeichnet ist. Wer schnelle Melodien und harte Gitarren-Riffs sucht, ist hier also definitiv an der falschen Adresse. Der Gesang wirkt meist sanft und zurückhaltend, ja schon fast emotionslos, während die tiefen Growls für die nötige Aggressivität sorgen. Die deutschen bzw. englischen Texte sind tiefgründig und werden sicherlich den einen oder anderen Lyriker erfreuen. Fazit: Für alle, die nicht auf 0815-Rock/Metal aus sind, ist diese CD sicher eine Hörprobe wert.

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