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Winters Verge - Tales Of Tragedy

Geschrieben von Blackwarrior am Dienstag 12. Januar 2010
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  1. World Of Lies
  2. Old Mans Wish
  3. I Swear Revenge
  4. For Those Who Are Gone
  5. The Captains Log
  6. Envy
  7. Dark Entries
  8. Madness Once Called Love
  9. Tomorrows Dawn
  10. Reflections Of The Past
  11. Curse Of Time[nbsp]
as Metal Quintett aus Zypern präsentiert mit "Tales Of Tragedy" ihr zweites Werk nach dem Debüt-Album "Eternal Damnation". Man darf gespannt sein, da die Reaktionen auf die "Exoten" von der Insel sehr gut ausgefallen sind. Bemerkenswert ist auch bereits die noch eher kurze, aber bewegte Geschichte der Band, welche mit der Gründung 2003 begann. Zuletzt stiess der Drummer Chris Ioannides zum Heavy Metal Quintett aus Zypern.

 

Der Opener mit dem Titel "World Of Lies" beginnt sanft, steigert sich schnell und fördert einen starken Gitarrenlead zu Tage. Mein erster Vergleich hier führt direkt zu Sonata Arctica. Nicht zuletzt wegen der Stimme von George Charalambous (Vocals). Auch die Melodieführung im Refrain erinnert stark an die Finnen. Das will aber nicht heissen, dass die fünf Zyprioten ein Abklatsch einer hervorragenden Band sind. Es finden sich klar Elemente, welche ich bisher noch nicht in dieser Kombination gehört habe. Das zeigt sich auch bei "Old Man's Wish". Tempi-, Stil- und Stimmlagenwechsel dominieren diesen Song. Und ich finde hier gleich zu meinem zweiten Vergleich: Stellenweise erinnert mich die Band an die etwas älteren Alben von Hammerfall, aber auch von Gamma Ray oder Blind Guardian kommen für einen Vergleich in Frage. Dies zeigt schon, die Band ist äusserst vielseitig und kombiniert raffiniert unterschiedlichste Parts zu einem harmonischen Gesamtbild. Und um dies klar zu stellen: es wirkt keinesfalls abgekupfert oder imitiert.

 

"I Swear Revenge" setzt den munteren Melodic Metal Reigen fort und auch hier vermag die Stimme von Charalambous zu überzeugen. Mir persönlich ist das Keyboard einen Tick zu aggressiv bzw. wirkt etwas zu kitschig. So verwundert es denn auch nicht, dass als nächstes das Intro zu "For Those Who Are Gone" sehr an Nightwish erinnert und der anschliessende Gesang stark an den "Bard's Song" von Blind Guardian. Dies mag am gedrosselten Tempo der Ballade liegen oder daran das Klavier/Keyboar und Gesang viel Platz bekommen. Das ändert sich aber im zweiten Teil von "For Those Who Are Gone", wenn die Gitarren von Pari (Guitars) und Trapezaris (Bass) dem Song etwas Wucht verleihen. Mit gesampelten Geigenklängen geht es im Stück "The Captain's Log" weiter mit Power Metal.
Ebenfalls bemerkenswert ist das Intro zu "Envy". Das Keyboard erinnert mich persönlich jedesmal etwas an die Pac Man Musik. Ob das gewollt ist, sei dahingestellt. Der folgende Song steht dem bisher gehörten aber in nichts nach. Die präzisen Riffs von Harry Pari und Miguel Trapezaris setzen gekonnt wuchtige Akzente im Song. Und so geht es auch in "Dark Entries" schnell zur Sache. Einzig das Keyboard vermittelt den Eindruck von Melodic Metal, während die Gitarren unvermindert vorpreschen. Ein weiteres bemerkenswertes Intro ist dem Melodic Metal Quintett in "Tomorrow's Dawn" gelungen. Die raschen Drums von Ionnides bringen von Beginn weg den nötigen Drive in den Song. Dieses Tempo wird auch mit in den nächsten Song "Reflections Of The Past" mitgenommen. "Tales Of Tragedy" klingt aber etwas langsamer und schwerer mit "Curse Of Time" aus. George Charalambous schöpft hier noch einmal sein gesamtes Stimmpotential aus, bevor er sanft in einem Fade-Out entschwindet.

 

Zyprioten sind gute Metaller, so lautet mein Fazit nachdem ich "Tales Of Tragedy" gehört habe. Winter's Verge haben ein solides Album zusammengestellt, das nicht viele Mängel aufweist und den Zuhörer über weite Strecken in seinen Bann zieht. Technisch hochstehend und vielseitig ist der Stil der Metaller von der Mittelmeerinsel. Zu den Schwächen zählt, aber das ist auch ein wenig Geschmackssache, die langsameren Stücke. Sie verkommen meines Erachtens ein wenig zur "Hintergrundmusik". Die vielen Vergleiche die ich gezogen habe zeigen einerseits, dass die Band eine Alternative zu bestehenden Künstlern ist und andererseits auch, dass sie noch einen Weg vor sich haben um ihren ganz eigenen Stil zu finden. In der Essenz der Band liegt aber schon viel Charakter, der in Zukunft noch besser werden wird, da bin ich überzeugt.

 

Abschliessend kann ich "Tales Of Tragedy" allen empfehlen, welche gerne Melodic Metal von Sonata Arctica bis Blind Guardian oder auch eher Power Metal à la Hammerfall hört. Die CD hat sicher für jeden etwas dabei.

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