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Apocalyptica - 7th Symphony

Geschrieben von Blackwarrior am Dienstag 31. August 2010
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  1. At The Gates Of Manala
  2. End Of Me
  3. Not Strong Enough
  4. 2010
  5. Beautiful
  6. Broken Pieces
  7. On The Rooftop With Quasimodo
  8. Bring Them To Light
  9. Sacra
  10. Rage Of Poseidon
  11. Through Paris in a Sportscar
  12. The Shadow Of Venus
Apocalyptica - Das war Heavy Metal auf Chellos gespielt. Auf ihrem neuen Album "7th Symphony" geben die Finnen eher mit Metal angehauchten Rock mit Chellos unterlegt zum Besten.
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Eröffnet wird die Symphonie durch "At The Gates Of Manala" mit einer verzerrten Gitarre und dem einsetzen der Chellos. Ein eher dominantes Drum ist in diesem Instrumental-Stück omnipräsent und setzt gibt das Tempo vor. Mit "End Of Me", welches durch Gavin Rossdale von Bush gesungen wird, setzt ein erstes der im Vorfeld vielgerühmten Highlights. Doch auch hier ist der Beginn eher rockig anstelle von Metal. Der Refrain klingt schon eher nach Metal, doch nicht mehr nach den typischen Apocalyptica Songs. Starke Gitarren, Drums und irgendwo dazwischen noch ein paar Chellos, welche den Bass-Part markieren. Mit der Ballade "Not Strong Enough" fahren die Chello-Götter aus Finnland weiter. Die Strophen klingen irgendwie etwas nach Michael Bublé, es singt aber Brent Smith von Shinedown. Der Refrain klingt dafür energiegeladen und druckvoll, so richtig nach einem sanfteren Metal-Song. Beim folgenden "2010" ist wiederum ein Gastmusiker mit von der Partie. Es handelt sich dabei um keinen geringeren als Dave Lombardo von Slayer, der da auf die Drums einhaut. Endlich mal Action kann man hier sagen. Dass ist eines der wenigen Stücke die richtig nach Apocalyptica klingen. Harte Drums und harte Chellos, so wie es sein sollte. Doch das Xylophon zu Beginn von "Through Paris In A Sportscar" lässt zuerst aufschrecken. Ein eher langsames Stück - experimentell angehaucht mit den typischen, langezogenen Chello-Klängen. Doch auch hier, immer wieder eher vordergründige Drum-Klänge, zwischen denen die Chellos verschwinden. Mit "Beautiful" reiht sich ein weiteres Instrumentalstück in das Album ein und geht zurück zu den Wurzeln der Chellos, der Klassik. Sanfte Klänge mit einer ungeheuren Dynamik zeugen vom Können von Apocalyptica.

In "Broken Pieces" gibt sich dann Lacey von Flyleaf die Ehre den Gesangspart zu übernehmen. Obwohl Gesang es nicht ganz trifft. Die Strophen sind eher gesprochen, lediglich der Refrain wird in den hohen Lagen gesungen. Dazu wieder ein dominantes Drum und die obligaten Chellos, die hie und da einen Akzent setzen. Und scheinbar hat Paris die Finnen inspiriert, denn der Titel des folgenden Instrumental-Tracks ist "On The Rooftop With Quasimodo". Ein Gemisch aus Rock mit Drums und Gitarren und den eher sanfteren Chello-Klängen. Es folgt mit "Bring Them To Light" der letzte Gastauftritt in "7th Symphony". Joseph Duplanter von Gojira gibt sich dort die Ehre. Ein heftiges Metal-Gewitter zieht über den Zuhörer her. Der Song steht denn auch etwas verloren bzw. losgelöst da. Ein Stilbruch par excellence, der es jedoch in sich hat und wo die Chellos der Finnen stark strapaziert werden. Es folgt denn auch mit "Sacra" ein Klassik-Medley. Und es geht gleich weiter in der Mythologie mit dem sehr ausgedehnten "Rage Of Poseidon", wo die Bögen nochmals richtig beansprucht werden und Apocalyptica ihr volles Spektrum zeigen können. Im Schatten der Venus ("The Shadow Of The Venus") wird die Symphonie beschlossen. Das Stück reiht sich fast nahtlos an Poseidon an und legt einen ähnlichen Stil an den Tag.

Somit sind 12 Tracks Musikgeschichte geschrieben und man darf sagen, dass sie durchaus ungewöhnlich sind. Ein breites Spektrum an Stilrichtungen, von Klassik über Chanson bis zu düsterem Heavy Metal wird geboten.
Apocalyptica gehen mit diesem Album, nicht zum ersten Mal, neue Wege. Dennoch verlieren die Finnen etwas von ihrem Extra-Status und nähern sich ein wenig dem Geschmack der breiten Masse an. Auch stehen nicht mehr "nur" die Chellos im Vordergrund, es wird vielmehr die Musik bzw. die Lust neues auszuprobieren, zelebriert. Die Songs einzeln sind, das ist unbestritten, von hoher Qualität. Aber meinen persönlichen Geschmack haben die Finnen damit nicht getroffen. Häufig zu weit weg von Metal und zu nah am, von der Szene oft verteufelten, Kommerz.

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